Landsberg – Ein Punkt im Rosenaustadion, zwei Spiele in Folge ohne Niederlage – da könnte man meinen, das ist für einen Aufsteiger in Ordnung. Doch wer in die Gesichter der Spieler und des Trainerstabs des TSV Landsberg nach dem 1:1 (1:1) am Samstag bei Schwaben Augsburg blickte, musste kein Gedankenleser sein, um zu erkennen: Die Enttäuschung war groß – zwei Punkte liegengelassen. Trainer René Schröder (36) redete dann auch nicht lange um den heißen Brei herum: „Mit diesem Unentschieden bin ich nicht zufrieden. Aufgrund der ersten Halbzeit sind das definitiv zwei Punkte zu wenig.“

„Nur“ 1:1 – dabei hatte das Spiel optimal für die Gäste begonnen. Nach schöner Vorarbeit von Jeton Abazi erzielte Fynn Heinze, der schon zuletzt beim 2:1 in Burghausen getroffen hatte, in der elften Minute die Landsberger Führung. Die hielt aber nicht lange. Eine Viertelstunde später schlug der Ball unhaltbar für Keeper Leo Leimeister zum 1:1 im Kreuzeck ein. „Ein Traumtor nach einem individuellen Fehler von Lukas Bettrich, der im Zentrum maximal unnötig den Ball verliert“, sagte Schröder. Und fügte an: „Sehr ärgerlich.“

Es war ein herrlicher 20-Meter-Schuss eines Schwaben mit einer Landsberger „Mini-Vergangenheit“: Levis Schaber (22) spielte in der Saison 2025/26 unter Trainer Alex Schmidt ganze vier Mal für den TSV (starke Premiere in Pipinsried, plötzlicher Abgang nach dem 1:1 gegen Türk Augsburg). Dem Mittelfeldspieler reichte die Bayernliga nicht – er wechselte zu den Schwaben, wo er auf Anhieb Stammspieler in der Regionalliga wurde. Und jetzt gegen seinen Ex-Club sein drittes Tor erzielte. Es war ein Stich ins Herz der Landsberger, die bis dahin das Spiel komplett im Griff hatten. Und vor der Pause alles klarmachen hätten müssen. Aber Tiziano Mulas (29. und 38. Minute) sowie Heinze (34.) ließen „100-prozentige Chancen“ (Schröder) liegen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit musste der ansonsten kaum beschäftigte Leimeister bei einem 20-Meter-Schuss von Johannes Rehwald eingreifen. Der Rest spielte sich vor 358 Zuschauern vorwiegend im Mittelfeld ab – keine zwingenden Chancen mehr auf beiden Seiten. Die Augsburger vermuteten auf ihrem Social-Media-Kanal sogar ironisch ein „von den Trainern verhängtes Betretungsverbot der jeweiligen Strafräume“.

Ironie off. Fakt ist: Von Landsberg kam in der letzten halben Stunde ganz einfach zu wenig, auch Schröders Offensiv-Einwechslungen konnten nicht mehr für den zweiten Saisonsieg sorgen. Damit bleiben die Landsberger mit sieben Zählern punktgleich mit Greuther Fürth II und Schlusslicht Ansbach 18. und Vorletzter. Nächster Regionalliga-Gegner des TSV ist am kommenden Samstag die SpVgg Ansbach – das große Kellerduell der Regionalliga. Da reicht der Truppe von Trainer Schröder kein Unentschieden. Allerdings sind die Westmittelfranken im Aufwind: Sie holten ihre sieben Punkte in den letzten drei Spielen.

Vorher aber steigt das Pokal-Highlight: Im Toto-Pokal-Viertelfinale kommt Drittligist FC Ingolstadt 04 nach Landsberg. Wichtig: Die Partie findet nicht, wie ursprünglich angesetzt, am Dienstag im Sportzentrum, sondern am Mittwoch um 18.30 Uhr im TSV-Sportpark statt. Gründe: Die alte Spielstätte ist mit Flutlicht ausgestattet, die neue nicht, zudem wollten die „Schanzer“ am Mittwoch spielen. Der BFV wollte übrigens, dass das Spiel bereits um 17 Uhr im Sportzentrum angepfiffen wird. Abteilungsleiter Werner Seemüller musste viel Verhandlungsgeschick an den Tag legen, bis der Verband der arbeitnehmerfreundlichen Anstoßzeit 18.30 Uhr zustimmte.