Landsberg – Was für ein Auftritt! Besser kann man’s im Jubiläumsspiel nicht machen, als Furkan Kircicek (29) vom TSV Landsberg. Der Offensivmann bestritt vergangenen Freitag in Burghausen sein 200. Regionalliga-Spiel – und war dabei wesentlich am ersten Sieg des Aufsteigers in der vierten Liga beteiligt: „Furki“ bereitete das 1:0 von Fynn Heinze vor und erzielte selbst den Siegtreffer zum 2:1 – wieder ein Elfmeter, wieder ein „historisches Tor“ des Routiniers, der schon mit dem ersten Tor der Lechstädter in der Regionalliga (beim 2:3 gegen den FC Augsburg II) für einen „Treffer für die TSV-Geschichtsbücher“ gesorgt hatte.

„200 Regionalliga-Spiele machen mich natürlich schon ein bisschen stolz“, verrät der Jung-Vater (Sohn Malik ist fünf Monate alt), der nach über einem Jahr Verletzungspause (Kreuzband-, Außenband- und Meniskusriss) wieder zu alter Form zurückgefunden hat. 200 Einsätze – die bestritt der gebürtige Füssener ab 2015 im Dress des FC Memmingen, von Türk Gücü (für die Münchner lief er auch 22 Mal in Liga 3 auf), des Chemnitzer FC (52x Regionalliga Nordost), des FV Illertissen – und jetzt für Landsberg (alle acht Saisonspiele). Damit ist Kircicek der erfahrenste TSV-Akteur vor Ünal Tosun (127 Regionalliga-Spiele) und David Bauer (124).

Am Samstag (Anpfiff 14 Uhr) steht für Kircicek beim TSV Schwaben Augsburg (verlor erst vor vier Wochen 1:3 im Pokal gegen Landsberg) das 201. Spiel in Liga 4 und das 27. (bislang 17 Tore) für die Lechstädter auf dem Programm – im Rosenaustadion, wo er am 31. Juli schon das erste Landsberger Regionalliga-Tor erzielt hatte.

Zuvor blickte Kircicek auf seine 200 Spiele in der Regionalliga zurück.

Das erste Spiel: „Das war beim 1:1 mit Memmingen im Heimspiel gegen Aschaffenburg am 2. Oktober 2015. Da wurde ich in der 86. Minute eingewechselt. Mit 18 Jahren als Neuzugang von Landesligist Kaufbeuren der erste Regionalliga-Einsatz – so etwas vergisst man nie.“

Das erste Tor: „Auch unvergessen. Da war ich 19 und stand mit Muriz Salemovic und dem späteren Bundesliga-Stürmer Stefan Schimmer auf dem Platz. Das war am 11. März 2017 bei 1860 Rosenheim. Auch da wurde ich in der 86. Minute eingewechselt, übrigens für Muri, und hab‘ dann drei Minuten später das 3:0 gemacht. Insgesamt brachte ich es in meiner ersten Regionalliga-Saison auf 18 Einsätze für Memmingen – nicht selbstverständlich für einen 19-Jährigen in einer Top-Mannschaft mit sehr erfahrenen Spielern.“

Die schönsten Spiele: „Zum einen das 4:1 mit Türkgücü in Meppen mit meinem ersten Profi-Tor, aber auch die Spiele mit Memmingen und Landsberg vor 15000 Zuschauern im Grünwalder gegen 1860. Einmalig zudem die Heimspiele in der Regionalliga Nordost. Da hatten wir immer weit über 5000 Zuschauer. Und das Derby Chemnitz gegen Aue, wo ich vor 15000 Zuschauern nach 28 Sekunden getroffen habe.“

Der beste Mitspieler: „Ich hatte viele überragende Mitspieler, die mittlerweile in der Bundesliga spielen. Da möchte ich keinen hervorheben.“

Der beste Gegenspieler: „Ganz klar Jamal Musiala, als er noch bei Bayern II gespielt hat.“

Der beste Trainer: „Christian Tiffert mit seiner Champions League-Erfahrung in Chemnitz war nur einer von vielen sehr guten Trainern. Ich will selbst mal Trainer werden und habe immer versucht und versuche, von jedem was mitzunehmen.“

Das schönste Stadion: „Der Betzenberg in Kaiserslautern und das Dynamo-Stadion in Dresden.“

Das Ziel mit dem TSV: „Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich nach meiner schweren Verletzung wieder auf hohem Niveau spielen kann. Ich will vorangehen, dass wir als kleiner Verein in der Regionalliga irgendwie die Klasse halten können. Ich glaube, da sind wir auf einem guten Weg.“