Landsberg – „Buchbach hat uns vorgemacht, wie Regionalliga-Fußball geht“ – das waren klare Worte von Trainer René Schröder (36) nach der 1:3-Heimniederlage des TSV Landsberg vergangenen Samstag gegen Tabellenführer TSV Buchbach. Heißt im Umkehrschluss: Der Aufsteiger muss schnell dazulernen, wenn er gegen eine abgezockte, spielstarke und in der Chancenverwertung eiskalte Regionalliga-Mannschaft bestehen, das heißt punkten, will.

Was das Spiel gegen Buchbach auch deutlich gemacht hat: Erfahrung ist in der neuen Liga eine ganz wichtige, wenn nicht die wichtigste Komponente. Zum Vergleich: Die 23 Spieler aus dem aktuellen Kader des Spitzenreiters kommen zusammen auf 2235 Regionalliga-Einsätze, Top-Mann Albano Gashi allein auf 306. Die Landsberger haben (incl. der laufenden Saison) 807 Einsätze auf dem Buckel, nur drei Spieler, nämlich Furkan Kircicek (199), Ünal Tosun (127) und David Bauer (123) haben über 100 Regionalliga-Spiele absolviert.

Daher ist es ganz besonders ärgerlich, dass Trainer Schröder im Auswärtsspiel am Freitag (Anpfiff: 19 Uhr) in Burghausen (die Wacker-Spieler bringen es auf 1374 Regionalliga-Einsätze) auf eine ganze Menge Erfahrung verzichten muss. Schon sicher: Ünal Tosun (33) wird dem TSV „vier bis sechs Wochen“, wie er selbst sagt, fehlen. Die Verletzung im linken Oberschenkel, die sich der Mittelfeld-Routinier gegen Buchbach zugezogen hat, stellte sich beim Kernspin am Montag als Muskelbündelriss heraus. „Ganz bitter in so einer Phase“, ärgert sich Tosun. „Ich war gerade richtig gut drauf.“ Er hofft, dass er „in zwei, drei Wochen wieder laufen und dann der Mannschaft irgendwie helfen kann.“ Auf dem Platz wird das wohl erst im Oktober wieder sein. „Ünal war in toller Form“, bedauert der Coach den Ausfall. Und es ist nicht der einzige: „Jetzt kommt es knüppeldick. Es ist eine ganze Menge, die wir verkraften müssen“, sorgt sich Schröder. Neben Tosun werden sicher auch Daniel Sanchez (wird am Montag am Meniskus operiert), Creighton Braun (Leiste), Halit Yilmaz (Hämatom am Oberschenkel) und Daniele Sgodzaj (kuriert eine alte Fußverletzung aus) fehlen. Und Timo Spennesberger, der jetzt sicher gespielt hätte, ist weg. Zu allem Überfluss steht auch noch der Einsatz von Furkan Kircicek auf der Kippe. Der 29-Jährige musste gegen Buchbach nach einem schmerzhaften „Pferdekuss“ raus. „Der rechte Oberschenkel ist komplett blau geworden“, erzählt der Routinier. Er weiß: „So eine Verletzung darf man nicht unterschätzen.“ Bei Ex-Löwe Maxi Wittek (jetzt VfL Bochum) drohte nach einer ähnlichen Verletzung sogar eine Bein-Amputation. Kircicek wurde am Mittwoch gespritzt: „Ich werde alles dafür tun, damit ich in Burghausen auflaufen kann“, verspricht er. „Ich kann aber nicht einschätzen, ob es bis Freitag reicht.“ Der TSV ohne Tosun und Kircicek – da würde eine ganze Menge Erfahrung wegbrechen.

René Schröder sieht dem Duell beim Ex-Zweitligisten (2002 bis 2007) mit Trainer Matthias Ostrzolek (kam von Schwaben Augsburg für Lars Bender) trotz der eklatanten Verletzungssorgen optimistisch entgegen: „Wir werden aus den Spielern, die wir noch haben, ein schönes Gebilde machen, um etwas mitzunehmen. Ansonsten ist die Fahrt zu weit…“

Keine weite Fahrt (es drohten Aubstadt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld und Schweinfurt) gibt’s im Viertelfinale des Toto-Pokals. Da wurde dem TSV ein Heimspiel zugelost: Am 22. September um 18.30 Uhr (wegen des fehlenden Flutlichts im Sportzentrum aller Voraussicht nach im Sportpark) empfangen die Landsberger Dritt- und Ex-Bundesligist FC Ingolstadt. Vize-Abteilungsleiter Muriz Salemovic: „Nach Haching das attraktivste Los.“