Starnberg – Berlin vor 90 Jahren im August 1936, die „Spiele der XI. Olympiade“, wie sie offiziell genannt wurden: Da holte ein 23-jähriger , 100 Kilo schwerer Gewichtheber mit 410 Kilo Gold im Olympischen Dreikampf (Drücken, Reißen und Stoßen), was ihm den Titel „stärkster Mann der Welt“ einbrachte. Dieser Mann hieß Josef Manger. Er lebte ab den 40er Jahren bis zu seinem Tod 1991 in Starnberg im Almeida-Weg und ist auf dem Waldfriedhof begraben.
Olympia 1936 war der Anfang der großen, internationalen Karriere des gebürtigen Bambergers, nach dem dort sogar eine Straße benannt ist. „Ich hätte auch im Ringen an den Start gehen können. Da war ich schon in der Jugend Deutscher Meister. Aber ich habe mich fürs Gewichtheben entschieden, weil mir da keiner die Goldmedaille streitig machen konnte. Denn es gab in dieser Zeit keinen ernsthaften Konkurrenten für mich“, erzählte er einmal.
Manger wurde schon 1935 Europa- sowie 1937 (in Paris) und 1938 (in Wien) Weltmeister (420 und 410 kg) im Gewichtheben. Er stellte zwischen 1935 und 1941 20 Weltrekorde auf, bestritt sechs Länderkämpfe, die er alle gewann, und war in dieser Zeit sechsmal in Folge Deutscher Meister im Schwergerwicht und blieb bis 1942 ungeschlagen.
Trotz aller Titel: Der Olympiasieg 1936 war für den Schwergewichtler „das schönste sportliche Erlebnis“. Zusatz: „Schließlich hatten wir Sportler mit den Nazis nichts zu tun.“ Manger steigerte seine persönliche Bestleistung noch auf 437,5 Kilogramm (inoffizieller Weltrekord), bevor er 1942 seine aktive Laufbahn beendete: „Nach dem Krieg habe ich sportlich nichts mehr getan.“
Der „stärkste Mann der Welt“ starb am 13. März 1991 mit 77 Jahren. Seine letzte Ruhestätte fand er neben Ehefrau Trudl und Sohn Horst (am 7. Dezember 2018 verstorben), dem langjährigen Manager und Geldgeber der SpVgg und des FC Starnberg, auf dem Starnberger Waldfriedhof.
