Kaufering - Am Ende blieb Alex Wagner (35), dem Trainer des VfL Kaufering, nur die bittere Erkenntnis: „Deshalb heißt er Kevin Volland und hat vor drei Jahren noch in der Champions League gespielt.“
Es war der zu seinem Heimatverein zurückgekehrte, 15-fache Nationalspieler, der den 4:2-Sieg des FC Thalhofen zu einem Volland-Festival werden ließ. Ein Festival, zu dem die Kauferinger allerdings auch durch individuelle Fehler einen großen Teil beitrugen: Volland erzielte alle vier Tore der Gastgeber – drei davon per Foul-Elfmeter in der 55. 59. und 90. Minute. Ein „Elfer-Hattrick“ – das war auch für den Ex-Löwen etwas Neues. Die Kauferinger halfen dabei mit Fouls im Strafraum fleißig mit: Erst legte Keeper Michi Wölfl Timo Welte um, dann Manuel Wolf Kevins Bruder Robin Volland, wofür er Gelb-Rot kassierte, und schließlich nochmal Wölfl Marvin Wahler. Bei allen drei Strafstößen hatte der VfL-Torwart, der in der vergangenen Saison mehrere Elfer pariert htte, gegen den Ex-Profi nicht den Hauch einer Chance.
Wie gut, wenn man einen wie Volland im Team hat: Auch der Ausgleich zum 1:1, ein „Tor aus dem Nichts“ gegen die überlegenen Kauferinger, ging auf das Konto des besten Spielers der Bezirksliga, der inzwischen sieben Treffer auf dem Konto hat: Einfach mal aus 25 Metern abgezogen – und der Ball landete flach unten rechts im Netz (20. Minute). Das war genau das, wovor Wagner im Vorfeld gewarnt hatte: „Wir dürfen Volland nicht in Schussposition kommen lassen.“ Aber dafür ist 34-Jährige einfach noch viel zu stark – immer, wenn er am Ball war, wurde es gefährlich. So ein Stürmer hätte sicher auch dem TSV Landsberg (vier Tore in vier Spielen) gut getan. Aber Kevin wollte unbedingt nach Hause - und beim FC Thalhofen schießt er nicht nur die Tore, er ist auch der Liebling der Fans. Autogramme und Selfies mit dem ehemaligen Bundesliga-Star (277 Spiele für Hoffenheim, Leverkusen und Union Berlin) stehen, wie man nach dem Spiel sah, hoch im Kurs.
Der Sieg der Allgäuer war für die Kauferinger ein Schlag ins Gesicht. Sie waren über weite Stecken der Partie die bessere Mannschaft, das gab sogar Volland zu. Und sie gingen früh in Führung. Yannik Dillinger schob nach schöner Vorarbeit von Bruder Basti zum 1:0 ein (17.). „Wir sind besser im Spiel und fahren gute Angriffe. Aber der letzte Pass kommt nicht an“, so Uli Stengelmair, der sportliche Leiter innder Pause.
Als ob’s seine Spieler gehört hätten: Toller Steckpass von Daniel Rimmer unmittelbar nach dem Wiederanpfiff und Basti Dillinger erzielt aus spitzem Winkel das 2:1 für Kaufering. Jetzt sah alles nach dem dritten Saisonsieg aus – aber zehn Minuten später begann Vollands Elfmeter-Festival. In der Schlussphase Chancen über Chancen auf beiden Seiten – die größte vergab der eingewechselte Felix Mailänder, der in der 85. Minute alleine auf Torwart Patrick Reichhart zulief, den Ball aber neben das Tor setzte.
„Das war in heißer Tanz. Kaufering hat eine gute Mannschaft – sie ist einer unserer Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg“, lobte Volland die Wagner-Elf, die jetzt punktgleich mit Thalhofen ist (beide 7), aber aufgund des direkten Vergleichs in der Tabelle hinter den Allgäuer liegt. Der VfL-Coach: „Wir waren eine Stunde die klar bessere Mannschaft und haben zu Recht mit 2:1 geführt. Aber dann haben wir den Sieg durch drei individuelle Fehler aus der Hand gegeben. Alle drei Elfmeter waren berechtigt. Ich bin trotz der Niederlage mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Volland ist halt ein echter Unterschiedsspieler.“
