Kaufering – Eine Mannschaft, die am ersten Spieltag den SV Mering, den Dritten der vergangenen Saison, schlägt, kann nur ein Top-Team sein. Die Rede ist vom TSV Haunstetten, der aus der Nord- in die Südgruppe der Bezirksliga Schwaben gewechselt ist. 3:1 gewannen die Augsburger am Samstag gegen die Elf des Landsberger Spielertrainers Thilo Wilke (35) – und das völlig verdient, wie Kauferinger „Kiebitze“ berichten.

„Das wird ein ganz dicker Brocken“, ahnt VfL-Trainer Alex Wagner (35) vor dem zweiten Spiel der ersten Englischen Woche am Mittwoch (Anpfiff: 19 Uhr). Haunstetten kommt – und die Kauferinger sollten gewarnt sein: Am 6. März kamen sie im Testspiel gegen die Schwaben mit 1:6 unter die Räder. „Da wurden wir richtig auseinandergenommen“, erinnert sich Wagner. Für ihn ist Haunstetten „ein klarer Aufstiegsfavorit, die stärkste Mannschaft der Liga“. Mit seinem Kollegen René Hauck (38) ist er befreundet: „Wir haben oft gegeneinander gespielt, als er noch in Langerringen aktiv war. Und er macht seine Sache wirklich gut.“

Am Mittwoch nun das Trainer-Duell an der Seitenlinie: „Da muss eine deutliche Leistungssteigerung kommen“, fordert der Trainer – verständlich nach der bitteren 1:3-Auftaktpleite in Legau. „Das war durch die Bank keine gute Leistung. Das hatten wir uns ganz anders vorgenommen – und wir haben zu viele Fehler gemacht“, so der Coach.

Am Montag nach dem Training gab’s eine Videoanalyse, da wurden den Spielern ihre Fehler genau aufgezeigt. Jetzt ist Wagner sicher: „Die Jungs wollen wieder eine gute Leistung und ein anderes Gesicht zeigen und versuchen, auf den Weg zurückzukehren, den wir seit einem Dreivierteljahr gemeinsam gehen“ – und von dem sie im Allgäu völlig falsch abgebogen sind.

Dabei soll ein letztes Mal ein Spieler helfen, der im Mai bereits offiziell verabschiedet wurde und in Legau – zur Überraschung vieler Zuschauer – schon wieder dabei war: Ben Schulz (26), Lehrer in Gilching, der bereits offiziell zu seinem Heimatverein TSV Ettleben (bei Schweinfurt) in die Bezirksliga Unterfranken-Nord gewechselt ist, besitzt seit vergangener Woche ein „Zweitspielrecht“ und darf damit auch für Kaufering spielen. „Am Freitag bricht er aber seine Zelte in Gilching ab und zieht um. Dann wird er uns höchstens noch mal in den Ferien helfen können“, erklärt Uli Stengelmair, der sportliche Leiter der Kauferinger.

Für Wagner ist klar: „Das wird ein ganz anderes Spiel als in Legau, weil Haunstetten Fußball spielen will.“ Das sollte dem VfL besser liegen als die robuste, viel auf Zerstören ausgerichtete Gangart der Legauer.