Landsberg – Die erste wichtige Pflichtaufgabe ist erledigt, wenn auch mit ein bisschen Mühe: Regionalliga-Aufsteiger TSV Landsberg steht in der zweiten Runde des bayerischen Toto-Pokals. Nach frühem 0:2-Rückstand setzte sich die neuformierte Truppe von Trainer René Schröder (36) bei Bayernliga-Neuling TSV Schwabmünchen mit 6:5 durch – die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen.

Wenn Landsberg gegen Schwabmünchen spielt, herrschen extreme Wetterverhältnisse. Beim Test im Januar sah man vor lauter Nebel teilweise das Tor nicht, im Juni war’s eine Hitzeschlacht. Und jetzt blitzte und donnerte es beim Anpfiff und es goss immer wieder in Strömen. Aber egal: Der Sieger hieß jedes Mal Landsberg.

Bei der Generalprobe für den Punktspielstart am Freitag (Anpfiff: 18.30 Uhr im Sportzentrum) gegen den FC Memmingen brauchte der Neu-Regionalligist nach dem Motto „Aller Anfang ist schwer“ allerdings einige Zeit, bis er – vor den Augen von Ex-Spielertrainer Sascha Mölders (derzeit ohne Job) – ins Spiel fand. 3. Minute: 0:1 durch Daniel Aschner, 11. Minute: 0:2 durch den Ex-TSVler Achim Speiser.

So hatte sich Schröder das nicht vorgestellt: „In puncto Zweikampfverhalten und Umschaltspiel hat einiges nicht gepasst. Mit der ersten Halbzeit konnten wir nicht zufrieden sein. Ich hab’ den Jungs in der Pause klargemacht, dass wir uns so auch in der Liga schwertun werden.“

Zum Glück gelangen Tiziano Mulas mit einem abgefälschten Freistoß (41.) und US-Neuzugang Creighton Braun per Distanzschuss (44.), seinem zweiten Tor im zweiten Spiel, noch vor der Pause der Ausgleich. Trotz guter Chancen – die größte vergab Furkan Kircicek nach einer Stunde – blieb’s bei diesem 2:2. Elfmeterschießen!

Da verwandelten die Neuzugänge Fynn Heinze und Benedikt Kuhn sowie Mulas und Luca Dollinger eiskalt, Keeper Leo Leimeister hielt gegen Simon Ammann – damit war Runde eins überstanden. „Ich habe genau zum richtigen Zeitpunkt unfassbar wertvolle Erkenntnisse gewonnen“, so der Chefcoach.

Sein Fazit: „Wir haben zwar unsere Themen, aber insgesamt war’s eine Klasse-Vorbereitung, in der wir kein Spiel verloren haben. So kann’s gerne weitergehen.“ Er warnt aber gleichzeitig vor zu hohen Erwartungen: „Wir werden nicht immer hochklassigen Fußball spielen können.“

Zumal sich auch die neue TSV-Mannschaft erst noch komplett finden muss. In Schwabmünchen standen immerhin sechs Neuzugänge auf dem Platz, während die angeschlagenen Lukas Bettrich, Fabian Kljucevic, Kilian Pittrich und Fares Ibrahim fehlten.

Die Neuen: Das waren neben dem neuen Abwehrchef Dave Bauer (31) vom FC Memmingen, dem torgefährlichen Flügelstürmer Fynn Heinze (20) vom FC Augsburg II, dem Amerikaner Creighton Braun (24), von dem Schröder sagt, „er hat eine Stärke auf dem Platz, die wir noch nicht hatten“, und Außenstürmer Tunahan Reis (19) von Türkgücü München zwei Spieler, die erst unter der Woche unterschrieben hatten.

Zum einen Daniel Sanchez (25), ein schwäbischer Linksverteidiger mit argentinischen Vorfahren, der vom West-Regionalligisten SC Wiedenbrück, dem Ex-Club von Sascha Mölders, kommt, und Benedikt Kuhn (23). Der 1,91 Meter große Abwehrmann spielte fünf Jahre beim TSV Gilching-Argelsried und zuletzt beim FC Ismaning in der Bayernliga.

Schröder: „Er hat richtig Lust auf unser Projekt, will sich festbeißen und empfehlen. Sehr erfreulich.“ Nach LT-Informationen ist Marko Braovac, der sportliche Leiter, an einer weiteren Verstärkung dran. Da soll die Entscheidung Anfang der Woche fallen.