Landsberg – Der fünfte Anlauf – und wieder kein Sieg für den TSV Landsberg in der Regionalliga. Und so konnte sich Trainer René Schröder (36) nach dem 0:0 gegen den VfB Eichstätt weder über den zweiten Punkt nach dem Aufstieg noch über das erste Spiel ohne Gegentor freuen: „Ich tu’ mich schwer, von einem Punktgewinn zu sprechen. Das waren zwei verlorene Punkte“, so der Landsberger Coach. Und er zitierte gleich noch einen bekannten Filmtitel: „Und täglich grüßt das Murmeltier – wir konnten unsere Chancen wieder nicht nutzen und müssen am Ende mit dem 0:0 zufrieden sein.“ Denn in der 82. Minute vergab der Eichstätter Pascal Schittler aus kurzer Distanz eine Riesenchance und danach hielt TSV-Keeper Leo Leimeister noch das Unentschieden fest.
Vor 623 Zuschauern, die an diesem unfreundlich-kühlen Frühherbst-Abend im Sportzentrum dem Regen trotzten, waren die Landsberger zunächst die spielbestimmende Mannschaft und hatten nach einer Viertelstunde gleich die größte Chance des Spiels: Aber Tiziano Mulas, einer der auffälligsten TSV-Akteure, scheiterte nach schöner Flanke von Kilian Pittrich (bekam auf der Rechtsverteidiger-Position erneut den Vorzug vor Kapitän Max Holdenrieder) aus kurzer Distanz an VfB-Keeper Daniel Martin, der ansonsten wenig geprüft wurde. Die Landsberger waren zwar „sehr gut im Spiel“, wie Schröder sagte. Aber der berühmte letzte Pass kam nicht an, zudem war Fynn Heinze im Sturmzentrum komplett abgemeldet. Dazu kam: Halit Yilmaz, der zuletzt beim 2:2 im Heimspiel gegen Illertissen nach seiner Einwechslung für viel frischen Wind (und ein Tor) gesorgt hatte, stand gar nicht im Kader. Der Neuzugang war krank. Die Spielgenehmigung für Verteidiger Leon Bucher war zwar da. Aber der Neue aus Bayreuth kam noch nicht zum Einsatz.
Gleich nach dem Seitenwechsel ein „Warnschuss“ von Ünal Tosun, doch sein 20-Meter-Strich ging ganz knapp links am Tor vorbei. Die Gäste waren in Halbzeit zwei einer „glanzlosen Partie“ (so steht’s beim BFV) stärker, aber auch nicht effektiv. In den letzten 30 Minuten setzte Schröder dann auf volle Offensive: Mit Jeton Abazi, Max Seemüller und Daniele Sgodzaj kamen drei Stürmer – doch zum Tor des Tages reichte es trotz vielversprechender Aktionen bis zum Strafraum nicht. Vorm Tor war mal wieder Schluss, wie so oft in den letzten Spielen. Regionalliga ist halt doch etwas anderes als Bayernliga. Und die Erkenntnis, dass dem TSV ein echter „Knipser“ im Sturm fehlt, ist nicht unbedingt neu.
Nach fünf Spieltagen steckt die Schröder-Elf als 17. mit zwei Punkten und 4:8 Toren schon im Tabellenkeller fest – aktuell vor der Zweiten des FC Bayern (ein Punkt) und Ansbach (0). Diese beiden Teams haben aber weniger Spiele ausgetragen als die Lechstädter.
„Uns fehlt auch ein bisschen das Glück, dass mal irgendein Ding reingeht“, ärgert sich Ünal Tosun, der die Kapitänsbinde von Lukas Bettrich übernommen hatte. Der Mittelfeld-Routinier gab nach dem Schlusspfiff gleich die Devise aus: „Weiter, weiter, weiter!“
Dafür bleibt gar nicht viel Zeit: Bereits am Dienstag (Anpfiff: 17.45 Uhr) steht im Sportzentrum das Toto-Pokal-Achtelfinale gegen Regionalliga-Konkurrent Schwaben Augsburg (am Freitag 1:2 im Stadtderby gegen den FC Augsburg II) auf dem Programm, da soll Leon Bucher seine Premiere im TSV-Trikot feiern. Und dann geht am kommenden Sonntag (15 Uhr) das Highlight des Jahres über die Bühne: Da treten die Landsberger im voraussichtlich wie immer ausverkauften Grünwalder Stadion gegen den TSV 1860 München an. Der Regionalliga-Aufsteiger vor 15.000 Zuschauern in einem Punktspiel gegen die erste Mannschaft des Deutschen Meisters von 1966 – da geht für viele ein riesengroßer Fußball-Traum in Erfüllung.
