Landsberg – Es ist angerichtet! Am Freitag (Anpfiff um 18.30 Uhr) startet der TSV Landsberg in das Abenteuer Regionalliga. „Wer darauf jetzt nicht heiß ist, hat kein Fußball-Herz“, spricht TSV-Abwehrspieler Kilian Pittrich (24) aus, was beim Aufsteiger alle denken. Gegner mit großen Namen, völlig neue Erfahrungen, neue Spielstätte (Sportzentrum statt Sportpark), mehr Zuschauer, weite Reisen – es wird richtig spannend beim „TSV 1882“, wie sich der Verein neuerdings nennt und so auch mit dem Schriftzug auf der Trikot-Rückseite auflaufen wird.

Lukas Rietzler, Kapitän des FC Memmingen
FCM-Kapitän Lukas Rietzler.

Zum ersten Viertliga-Spiel der TSV-Geschichte kommt mit „Fast-Nachbar“ FC Memmingen ein Gegner an den Lech, auf den sich ein Landsberger ganz besonders freut: „Das ist mega-cool, dieser Verein bedeutet mir immer noch sehr viel“, erzählt David Bauer (31). Der Landsberger Neuzugang hatte sich erst im Mai bei den Allgäuern verabschiedet – nach drei Jahren und 82 Punktspielen (51 in der Regional- und 31 in der Bayernliga). Bauer war 2025 wichtiger Leistungsträger beim Wiederaufstieg in die Regionalliga – und er trifft am Freitag nicht nur auf sein altes Team, sondern auch auf einen seiner besten Freunde: FCM-Kapitän Lukas Rietzler (28), „Spieler der Saison“ 2025/26 und Publikumsliebling, der vor einem Jahr beinahe in Landsberg gelandet wäre. Ex-Coach Alex Schmidt wollte ihn unbedingt verpflichten.

Rietzler studierte zusammen mit Bauer von 2020 bis 2022 in Amerika an der Lynn University in Boca Raton (Florida). David machte dort seinen Marketing-Master. „Ich spielte in den Uni-Pausen beim TSV Rain, Rietzler in Illertissen. Wir haben dann beschlossen, dass wir mal zusammen spielen wollen, und so landeten wir beide in Memmingen“, so der gebürtige Neuburger, der in Rain aufgewachsen ist, dort von 2015 bis 2023 spielte – unter anderem 60 Mal in der Regionalliga – und in Augsburg lebt.

Acht Jahre Rain, drei Jahre Memmingen – warum jetzt Landsberg? „Ich habe eine neue Arbeitsstelle bei einer IT-Firma in München angetreten, da wurde mir der Zeitaufwand zu groß. Der Job hat jetzt Priorität“, erklärt der 1,94 Meter große Innenverteidiger, der beim TSV sofort zum Abwehrchef wurde und sein Team als Leitwolf unterstützt. „Dafür brauche ich keine Kapitänsbinde. Ich muss nicht mehr an vorderster Front stehen. Die Jungen müssen ihren Platz bekommen. Man muss sie ihre Erfahrungen machen lassen, sonst entwickeln sie sich nicht“, sagt er.

Spielszene des TSV Landsberg in der Vorbereitung auf den Regionalliga-Auftakt
Der TSV Landsberg ist bereit für das Abenteuer Regionalliga. Foto: Thomas Ernstberger

Der Wechsel zum TSV: „Es war eine schnelle Entscheidung. Ich habe 20 Minuten mit Marko Braovac und Muriz Salemovic gesprochen und sofort gemerkt: Das passt. Also Attacke und auf geht’s!“ Ein wichtiger Faktor war natürlich auch Trainer René Schröder (36), mit dem Bauer einst erfolgreich in Rain zusammengespielt hat: „Da hatten wir eine verrückte Truppe, genauso wie später in Memmingen mit Rietzler als Anführer – so was ist mir wichtig. Das zählt für mich genauso oder fast noch mehr als Aufstiege.“

Eine coole, „funktionierende Truppe, die mich gut aufgenommen hat“, hat Bauer jetzt in Landsberg wieder. Die Zielsetzung des Aufsteigers in der „Zweiklassen-Gesellschaft“ Regionalliga – die „Profi-Vereine“ und die Amateure – ist klar: „Sie kann nur Klassenerhalt lauten.“ Seine Top-Favoriten? „Die üblichen Verdächtigen“, sagt er. 1860 München ist da natürlich dabei: „Gegen Ende meiner Fußball-Laufbahn Punktspiele gegen einen ehemaligen Deutschen Meister auf dem Platz mitzuerleben, ist natürlich richtig cool.“ Dazu kommt: „Mein Vater ist treuer Löwen-Fan“ – da werden im Haus Bauer die berühmten zwei Herzen in einer Fußballer-Brust schlagen.

Aber jetzt steht erst einmal die schwere Start-Aufgabe gegen Ex-Club Memmingen und Freund Rietzler an: „Da ruht die Freundschaft für 90 Minuten.“ – für die ersten Landsberger Regionalliga-Punkte …