Landsberg – „Landsberg ist so eine schöne Stadt. Und Bayern ein Traum“ – so schwärmt einer, der immerhin aus dem „Sunshine State“ Kalifornien, aus Foothill Ranch im Orange County zwischen Los Angeles und San Diego, stammt. Creighton Braun (24) ist der erste Amerikaner im Dress des TSV Landsberg und soll der Mannschaft („so einen engen Zusammenhalt kannte ich noch nicht“) beim „Abenteuer Regionalliga“ helfen. Er hat für ein Jahr unterschrieben.

„Ich spiele am liebsten auf der 6“, also im defensiven Mittelfeld. „Aber ich kann’s auch in der Innenverteidigung“ – da feierte der 1,91-Meter-Mann vor einer Woche im 3:2-Test gegen Illertissen ein Blitz-Debüt. Und machte gleich sein erstes Tor. „Ein sehr guter Auftakt im neuen Verein“, freut er sich. „Er hat eine gute Größe, spielt einen körperlichen Fußball mit Ruhe am Ball und hat ein gutes Kopfballspiel“, zeigt Trainer René Schröder (36) schon sehr angetan von seinem neuesten Neuzugang. Und der sportliche Leiter Marko Braovac (36), in dessen Hotel „Schafbräu“ Braun derzeit noch wohnt, sagt: „Ein Super-Typ.“

Wer ist dieser US-Boy, den bislang niemand so recht kannte? Zumindest nicht im Landkreis. Dabei spielte er zuletzt bei einer Mannschaft, auf die er mit dem TSV schon am 10. Oktober treffen wird: „Ich freue mich extrem auf das Spiel gegen den TSV Aubstadt“, verrät er. Zwei Jahre spielte Braun für die Unterfranken, lebte in dieser Zeit in Würzburg („ich mag solche Städte lieber als Großstädte“). Zuvor trug er das Dress des VfB Germania Halberstadt in der Regionalliga Nordost und des Bonner SC in der Regionalliga West. Da erfüllte sich der Traum, den der FC-Barcelona- und Messi-Fan „schon mit vier Jahren“ geträumt hatte: „Ich wollte immer Fußballer in Deutschland werden.“ Aufgewachsen in Kalifornien, dort in Jugendteams am Ball. Papa Peter stammt aus Stuttgart, Mama Linda aus New York, Bruder Keenai (21) spielt noch fürs Universitätsteam von San Diego – und Creighton kam schließlich mit 18 nach Europa. Erste Station nach diversen Probetrainings (auch auf Mallorca): die Slowakei. Erster Vertrag bei DAC Dunajska Streda in der ersten Liga – unter anderem an der Seite von András Schäfer (27), dem ungarischen Nationalspieler bei Union Berlin. „Eine super Zeit“, blickt er zurück.

Streda, Bonn, Halberstadt, Aubstadt – und jetzt der TSV (über seinen Berater). „Ich kannte Landsberg vorher nicht“, gibt Creighton zu. Aber schon nach wenigen Tagen ist er begeistert von der Mannschaft und der Stadt: „Der Wildpark, der Lech, da gehe ich oft spazieren – das ist überragend“, so der Neu-Landsberger mit amerikanischer und deutscher Staatsbürgerschaft. Aktuell ist er in der neuen Heimat (noch?) alleine unterwegs: Freundin Renee, mit der er seit drei Jahren liiert ist, lebt in Leipzig. Vorerst mal: „Wenn alles passt und wir in der Liga bleiben, kann ich mir gut vorstellen, hier länger zu bleiben“, sagt Braun. Dann würde Renee sicher nachkommen.

Am Freitag steht für Creighton gleich das erste Pflichtspiel auf dem Programm: Um 18.30 Uhr tritt Landsberg in der ersten Toto-Pokal-Runde beim TSV Schwabmünchen an. Startelf-Einsatz garantiert, zumal Lukas Betteich (24) angeschlagen ist. „Die müssen wir schlagen. Da gibt’s keine Ausreden“, sagt er selbstbewusst. Und dann blickt er voller Vorfreude einer hochinteressanten Spielzeit in der Regionalliga entgegen: „Ich war als Kind nicht nur Fan von LA Galaxy, sondern auch von den Bayern. Und jetzt geht’s gegen deren Zweite. Und sogar gegen die Erste von 1860 im Grünwalder Stadion. Das ist auch ein Traum.“ Und wie lautet die Marschroute für die Saison? Creighton: „Die Liga halten – das muss unser ganz, ganz großes Ziel sein. Ich hoffe sehr und glaube fest daran, dass wir das zusammen packen.“