Denklingen/Landsberg – Upps – da waren sie schon wieder: Luca Dollinger (18), der Ex-Landsberger Goalgetter, der zu 1860 München in die Bayernliga gewechselt ist, drückte der Mannschaft, für die er vergangene Saison noch Tore geschossen hatte, am Spielfeldrand die Daumen. Und Chris Schmitt (36), vergangene Saison noch Spielertrainer, feierte zweieinhalb Monate nach dem Elfmeter-Drama gegen Zorneding und dem Abstieg am 23. Mai sein Comeback auf dem Platz.
Das sind zwei Geschichten im Rahmen eines hochinteressanten Testspiels am Samstag in Denklingen – Motto „Alt gegen Jung“. Kreisligist VfL Denklingen, vergangene Saison noch Bezirksligist und gespickt mit erfahrenen Akteuren, trat gegen die U19 des TSV Landsberg an, eine ganz junge Truppe, die gerade in die Landesliga aufgestiegen ist. Das Spiel endete 1:1. Und die Youngsters von Trainer Christian Ziegler (46) zeigten eine ganz starke Leistung, hielten mit den „Oldies“ des VfL sowohl spielerisch als auch körperlich prima mit und dürfen sich als „moralische Sieger“ fühlen.
Lorenz Edelmann brachte die Landsberger nach einer feinen Kombination mit Nikolaos Karakostas in der 41. Minute sogar in Führung, aber „Simba“ Ried, der alte Fuchs, konnte fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff ausgleichen. Die TSV-Jugend hatte bei tropischen Temperaturen in Halbzeit zwei ein bisschen mehr „Körner“ als die Gastgeber und hätte in der 86. Minute sogar das 2:1 erzielen können, aber Neuzugang Christian Vukasinovic scheiterte an VfL-Keeper Manuel Seifert. Es war ein couragierter Auftritt, ein Unterschied zwischen einer Jugend- und einer erfahrenen Herren-Mannschaft war nicht zu erkennen.
Allerdings fehlten VfL-Trainer Armin Sanktjohanser (35) mehrere wichtige Spieler, unter anderem Domi Karg, Hansi Mayr oder Kilian Schrottenbaum. Deshalb feierte Ex-Spielertrainer Chris Schmitt nach der Pause sein Comeback – als linker Verteidiger. „Wenn sie mich brauchen, bin ich da und helfe. Ich trainiere ohnehin einmal in der Woche mit“, so der Routinier. Er verriet auch: „Natürlich fehlt mir das Fußballspielen.“ Und fügt lachend hinzu: „Ich hab schon ein bisschen Entzugserscheinungen …“
Für TSV-Coach Ziegler, der besonders den Auftritt in der zweiten Halbzeit lobte und sich freute, dass seine Jungs „die Robustheit angenommen haben“, gab’s übrigens ein besonderes Wiedersehen: „Mit Martin Krimshandl und Armin Sanktjohanser habe ich in Kaufering noch zusammengespielt – und Krimsi auch trainiert …“
